Im Iran gehen die massenhaften regierungsfeindlichen Demonstrationen und Straßenaktionen weiter. Sie haben praktisch alle Provinzen des Landes erfasst, einschließlich großer Städte wie Teheran, Isfahan, Maschhad und Kermānschāh.
Mehr zur Lage im Iran lesen Sie in unserem Longread „Der Ajatollah auf gepackten Koffern. Wie wahrscheinlich ist ein Regimewechsel im Iran aufgrund der neuen Proteste?“.
Menschenrechtsorganisationen wie HRANA und Iran Human Rights berichten über Dutzende Tote – nach verschiedenen Schätzungen zwischen 36 und 45 Personen, darunter Kinder – und Tausende Verhaftete bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften, die Tränengas, scharfe Munition einsetzen und sogar Krankenhäuser stürmen, um Verletzte festzunehmen.
Die Behörden beschuldigen die Demonstranten, Verbindungen zu ausländischen Kräften, vor allem den USA und Israel, zu haben, und kündigen eine harte Antwort auf die Aufständischen an.
Am 8. Januar wurde im Iran eine nahezu vollständige landesweite Internetabschaltung eingeführt, erfasst von den Monitoring-Diensten NetBlocks und Cloudflare. Der Datenverkehr fiel am Abend Ortszeit praktisch auf null, kurz nach Aufrufen zu neuen Aktionen.
Dies ist eine Standardmaßnahme der iranischen Behörden, um die Koordination der Demonstranten und die Verbreitung von Videos in sozialen Medien zu unterbinden, ähnlich den Abschaltungen während früherer Krisen.
Infolgedessen erreichen Nachrichten aus dem Land mit noch größerer Verzögerung, hauptsächlich über Satellitenkanäle oder von der Diaspora, was die Einschätzung der Ereignisse erschwert.
Die Proteste, die nun bereits den zwölften Tag andauern, zeigen eine tiefe Vertrauenskrise gegenüber den Behörden, und die weitere Entwicklung der Lage bleibt unvorhersehbar.
