Der Präsident Kirgisistans, Sadyr Schaparow, hat ein Dekret unterzeichnet, das Almasbek Atambajew aller staatlichen Auszeichnungen enthebt.
Dem ehemaligen Präsidenten des Landes wurde der höchste Ehrentitel der Kirgisischen Republik „Kyrgyz Respublikasynyn Baatyry“ (Held der Kirgisischen Republik), die Orden „Manas“ II. Klasse und „Danaker“ sowie die Medaille „Dank“ aberkannt.
Der Gerichtsvollzieherdienst bei der Generalstaatsanwaltschaft wurde angewiesen, Atambajew die staatlichen Auszeichnungen und die dazugehörigen Dokumente abzunehmen und alles dem Fonds für staatliche Auszeichnungen zu übergeben.
Das Dekret wurde zur Umsetzung des Urteils unterzeichnet, das das Bezirksgericht Pervomaiski in Bischkek am 3. Juni 2025 gefällt hat. Damals wurde Atambajew im Fall der Ereignisse von Koi-Tasch in Abwesenheit zu 11,5 Jahren Haft mit Vermögenskonfiszierung und Aberkennung der staatlichen Auszeichnungen verurteilt. Schaparow nannte das Urteil hart und erklärte sich bereit, den Verurteilten zu begnadigen, wenn seine Vertreter einen entsprechenden Antrag an die Behörden stellen.
ℹ️ Im August 2019 versuchte das Staatliche Komitee für nationale Sicherheit Kirgisistans, Almasbek Atambajew in seiner Residenz in Koi-Tasch, einem Vorort von Bischkek, festzunehmen. Doch Anhänger des Politikers leisteten den Sicherheitskräften Widerstand. Dabei kam ein Mitarbeiter der Spezialdienste ums Leben, mehr als hundert Menschen wurden verletzt.
Der Prozess zu den Ereignissen von Koi-Tasch begann im Jahr 2022. Später wurden Verfahrensabschnitte im Zusammenhang mit Korruption hinzugefügt. Im Februar 2023 wurde der Hauptangeklagte des Falls, Atambajew, aus der Haft entlassen, um eine Behandlung im Ausland zu absolvieren. Der ehemalige Präsident flog nach Spanien und kehrte nicht in seine Heimat zurück. Im September 2025 zwangen Gerichtsvollzieher die Familie des ehemaligen Präsidenten, das Haus in Koi-Tasch zu räumen.



