In China wurde die größte Schule zur Ausbildung von Robotern für das Leben unter Menschen eröffnet

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In China hat die größte Schule zur Ausbildung humanoider Roboter für das Leben unter Menschen eröffnet, in der Maschinen vor ihrem Einsatz in der Arbeitswelt geschult werden. Dies berichtet die „Renmin Ribao“.

Die zweite Phase des Pekinger Datenausbildungszentrums für humanoide Roboter hat im Pekinger Stadtbezirk Shijingshan den Betrieb aufgenommen. Der Komplex erstreckt sich über zwei Etagen und bildet reale Produktions- und Lebensbedingungen in Originalgröße nach. Die Szenarien reichen vom Sortieren von Spulen und Verpacken von Paketen bis hin zum Kochen und Putzen im Schlafzimmer.

Die Ausbildung im Zentrum beginnt mit der Wahl einer Spezialisierung für den Roboter in einem von vier Bereichen: Industrielle Produktion, Smart-Home-Systeme, Altenpflege oder 5G-unterstützte Szenarien. Insgesamt umfasst das Bildungsprogramm 16 Fachdisziplinen.

Jedes Trainingsmodul ist flexibel und wird regelmäßig neu konfiguriert, um verschiedene Kontexte zu simulieren. Das Hauptmodell, das dort ausgebildet wird, ist der 1,66 Meter große Roboter „Kuafu“. Der Leiter des Ausbildungszentrums, Zhu Kai, verglich den Trainingsprozess der Maschinen mit der Entwicklung eines Kindes.

„Genau wie Kinder wiederholte Übung brauchen, um laufen zu lernen, benötigen Roboter intensives Training in verschiedenen Szenarien, um funktionale Intelligenz zu entwickeln“, erklärte er.

Das Zentrum beschäftigt 110 Mitarbeiter, die meisten von ihnen Jahrgang 2000 und später. Das Training ist im Format „kleiner Klassen“ organisiert, wobei jeder Maschine zwei menschliche Instruktoren zugeteilt sind. Die Einübung eines Szenarios mit einem Roboter dauert in der Regel sieben bis acht Tage.

Während des Trainings nutzen die Instruktoren Virtual-Reality-Headsets (VR) und Handcontroller. Ein Operator lenkt den Roboter aus der Ferne, um Aufgaben zu erledigen, wie beispielsweise das Einlegen einer Schutzfolie in eine Box, während ein Computerterminal die Daten aufzeichnet. Die Trainer wechseln die Rollen, um die Genauigkeit der Aktionen sicherzustellen.

Die Ausbildung erfordert hohe Detailgenauigkeit und Geduld. So waren beispielsweise 1250 Wiederholungen nötig, um der Maschine beizubringen, eine Pfanne auf den Herd zu stellen. Jede Wiederholung wurde aufgezeichnet, um die Koordination des Roboters zu verbessern und eine „menschliche“ Leistung zu erreichen.

Die Einrichtung des Zentrums soll das Problem des Mangels an qualitativ hochwertigen Daten in der Branche lösen. Zuvor fand das Training isoliert in Unternehmen statt, was zu inkonsistenten Ergebnissen führte, während der zentralisierte Ansatz die Erstellung standardisierter Datensätze ermöglicht. Schätzungen zufolge kann die Einrichtung mehrere Millionen Dateneinheiten pro Jahr generieren und ist Teil eines landesweiten Datenerfassungsnetzwerks, das mit den Städten Suzhou, Jinan, Hefei und Zhengzhou verbunden ist.

Bisher haben die Roboter im Zentrum mehr als 20 operative Fähigkeiten erlernt, darunter das Bewegen von Materialien, Inspektion und Auslieferung. Die Erfolgsquote bei der Erfüllung der gestellten Aufgaben liegt bei über 95%.

Ein Teil der ausgebildeten Androiden ist bereits in realen Unternehmen im Einsatz. Dazu gehören Fabriken des Automobilkonzerns China FAW Group Co., Ltd. (FAW Group), Logistikunternehmen, die Shenzhen Capital Group (Kuriere) und die China Southern Power Grid Co., Ltd. (Energieversorgungsinspektoren). Außerdem werden die Maschinen als Guides auf dem „Zhongguancun“-Forum eingesetzt. Experten führen ihre Nachfrage auf den praxisorientierten Charakter der Ausbildung zurück, der es den Robotern ermöglicht, sich schnell an reale Operationen anzupassen.